Besuch auf der Hohen Birga

Ein erstklassiger Auftakt ins neue Vereinsjahr war unser Besuch des neu eröffneten
Raetermuseums in Birgitz. Unter Raetern verstand man in der Antike verschiedene
namentlich genannte Stämme, die sich kulturell und vermutlich auch ethnisch zu
einer Einheit zusammenfassen lassen. Ihr Verbreitungsgebiet umfasste Nordtirol,
Teile Oberbayerns, das Unterengadin, Osttirol sowie die Regionen Südtirol und
Trentino.

Die Raetische Bevölkerung entwickelte eine eigenständige Kultur, die wir bis in das
6. Jh. v.Chr. zurückverfolgen können, und hatten ein erstaunlich hohes Zivilisations-
niveau erreicht. Als Randkultur der  mediterranen Welt hatten sie von den Etruskern
die Schrift übernommen.

Herr Dr. Haselwandter, ehemaliger Professor der Mikrobiologie, Initiator der
neueren Ausgrabungen und des Museums,  führte uns fachkundig und voller
Begeisterung zur Hohen Birga, der Siedlung einer raetischen Gruppe von
300 – 15 v. Chr. Die Anhöhe bot Sicherheit vor Überschwemmungen, die
Umgebung ausreichend Anbauflächen für Getreide, Gemüse und Flachs.
Die Beschaffenheit der nachgewiesenen 13 Häuser zeigt, dass die Raeter
über umfassende technische Kenntnisse und über grosses handwerkliches
Geschick verfügten.

Im Museum sind die Fundstücke, z.B. filigrane Fibeln, farbiger Glas-
schmuck, Messerklingen und Fragmente von Sicheln und Sensen aus-
gestellt, ergänzt durch eine aufschlussreiche Medienpräsentation und
ein Modell eines Hauses. Verkohlte Balken und durch Hitze defor-
mierte Gefässe lassen darauf schliessen, dass die Siedlung auf der
Hohen Birga von den einfallenden Römern 15 v. Chr. in Brand gesetzt
wurde.

Wir haben nicht nur eine Reise in die Geschichte unseres Gastlandes
gemacht sondern auch in einen Teil unseres Heimatlandes!

Ein herzliches Dankeschön unserer engagierten Organisatorin,
Frau Louise Geisler!

Hinterlassen sie einen Kommentar

Info: Die Kommentare werden moderiert. Es kann also etwas dauern bis sie angezeigt werden.