Schon am Vorabend kündigte sich ein wunderschöner morgiger Herbsttag an, und so war es denn auch. Ein wolkenloser und stahlblauer Himmel lachte uns entgegen, und alle waren sich sicher, dass der bevorstehende Ausflug einmal mehr eine Topveranstaltung werden wird.

Bereits um 08:00 Uhr startete der Bus der Firma Lüftner-Reisen mit dem Fahrer “Harry” am Lenkrad beim Busbahnhof in Innsbruck in Richtung Telfs, wo noch einige Mitreisende zustiegen. Mit insgesamt 26 froh gelaunten und reiselustigen Mitgliedern ging es flott über die A12 bis nach Imst, wo wir dann in Richtung Pitztal und über die Piller Höhe fuhren. Beim Restaurant “Gachenblick” war bereits die erste Kaffeepause angesagt. Bevor es anschliessend die steile, sehr enge und kurvenreiche Bergstrasse hinunter nach Fliess ging, hatten wir Gelegenheit den aus der Bronze- bzw. Eisenzeit stammenden Brandopferplatz des 15. Jahrhunderts v. Chr. anzuschauen. Auf dem naheliegenden Steinaltar wurden die den Göttern geweihten Teile von  Opfertieren und Pflanzen verbrannt und die Asche dann auf einem Aschehügel, dem sogenannten Brandopferplatz, deponiert.

Unten im Ort angekommen, wurden wir von zwei Museumsführerinnen, Frau Renate Hafele und Frau Resi Mark empfangen und zu einer hoch interessanten sowie äusserst fachkundigen Museumsbesichtigung des Archäologischen Museums von Fliess geführt. Fliess liegt an der früher sehr wichtigen Via Aususta Claudia, welche 46/47 n.Chr. von Kaiser Claudius zur Staatsstrasse ausgebaut wurde. Sie führte von Altinum an der ital. Adria und vom Po über Feltre, Trient, Bozen, Meran, Reschen über den Fernpass bis nach Donauwörth. In Fliess ist diese Strasse auf weiten Strecken im ursprünglichen Zustand erhalten.

FliessMuseumHelm

Nach diesem vorwiegend kulturell gestalteten Vormittag mit vielen wissenswerten Informationen ging es, nach einer kurzen Besichtigung der romanischen Krypta in der Pfarrkirche, gemeinsam zum Gasthof Traube, wo ein gutes Essen auf uns wartete.

Der Durst war gelöscht und alle waren nach dem köstlichen Essen satt, sodass uns dann die Reise von der Kultur zur Natur weiter ins Kaunertal führte, an 29 Sehenswürdigkeiten vorbei und am Gepatschstausee entlang in Richtung Kaunertaler Gletscher. Der Stausee wurde im Frühjahr einer alle 30 Jahre stattfindenden gründlichen Renovierung unterzogen und wurde zu diesem Zweck vollständig geleert. Bei unserem Besuch war der See mit einer Oberfläche von 2,5 km², sowie einer Länge von 6 km wieder mit 138 Mio. m³ Wasser gefüllt.

Nach 26 km und 29 Spitzkehren sowie dem Überwinden von 1500 Höhenmetern hatten wir dann das Gletscherrestaurant Weisssee in 2750m ü.M. erreicht. Souverän hat uns der äusserst vorsichtig und angenehm fahrende “Harry” an unser Ziel, den Rand vom ewigen Schnee und Eis geführt.

Nach einem längeren Aufenthalt mit diversen Photosessions, Besichtigung von Gletscherspalten usw., nahmen wir die Rückreise nach Innsbruck in Angriff. Es war für alle Teilnehmer ein ereignisreicher und in jeder Beziehung höchst interessanter Tag und ich möchte an dieser Stelle, im Namen aller Beteiligten, einmal mehr Herrn Dr. Jürg Meier und seiner charmanten Gattin und Reiseassistentin, Frau Christiana Meier ganz herzlich für ihre grossartige und hervorragende Planung danken. Wir sind uns alle sicher, dass wir auch nächstes Jahr wieder mit einem schönen und interessanten Ausflug rechnen können uns geniessen schon jetzt unsere Vorfreude.

Stephan Lienhard