Ist das “Ländle” eine Reise wert? Die “Neu-Tiroler” waren dieser Meinung und so startete am 20. September in Innsbruck bzw. Telfs ein voll besetzter Bus in Richtung Vorarlberg.

Die Bergspitzen waren in Wolken gehüllt. Umso aufmerksamer betrachteten wir den Lauf der Bregenzer Ache, die beginnende zarte Herbstfärbung und die sich weitenden Täler. Die Landschaft mit den homogenen Dörfern wirkt harmonisch und beruhigend. Die strengen Bauvorschriften im Bregenzer Wald und das Bewusstsein der Einwohner - insbesondere der Bauherren – ihr Haus nicht nur modern und auf die eigenen Bedürfnisse hin zu bauen, sondern als Teil eines ganzen Dorfes, rang uns Bewunderung ab.

In Schwarzenberg, bekannt durch die wunderschönen Holzbauten im Dorfkern und die Schubertiade, liess uns eine sehr kompetente und attraktive Führerin am Leben und Werk der ebenso talentierten wie selbstbewussten Malerin Angelika Kauffmann (1741-1807) teilhaben.

Am Nachmittag führte uns unser Präsident und Bildhauer in die Kirche von Lingenau. Wir staunten, dass eine Pfarrgemeinde über die Neugestaltung ihrer Kirche nachgedacht und sie auf eigene Kosten verwirklicht hat: Ein eingepflanzter Olivenbaum am fliessenden Wasser (Psalm 1,3)  in der Kirche; das Kruzifix vis-à-vis an der anderen Seite; der Ambo, das Wort Gottes in der Gemeinde, usw. Anlass für den Betrachter, über die Positionierungen und Wertungen im eigenen Leben zu reflektieren.

Vor der Rückreise genossen wir ob Dornbirn in der Nachmittagssonne sitzend die Aussicht auf das Rheintal und den Bodensee bei Kaffee und Kuchen.

Unser Resumée: Das “Ländle” ist immer eine Reise wert, besonders wenn sie von Herrn Dr. Jürg Meier, Frau Louise Geisler und Herrn Michael Defner so sorgfältig geplant und durchgeführt wird!

Unser Nationalfeiertag in Lans war dieses Jahr wenig besucht. War es das schlechte Wetter? Unser Präsident Michael Defner war vom Schweizerverein in Ungarn zum Feiern eingeladen worden und so führten die Vorstandsmitglieder Frau Louise Geisler und Marianne Rudolph-Christen durch den Abend, unterstützt durch ihre Ehemänner, die den Regen nicht scheuten und doch einige Feuerwerke entzündeten.

Natürlich durfte im bunt geschmückten Lanserhof vorher weder eine gute Mahlzeit noch die Rede unserer

Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga fehlen.

Als Schweizer und Schweizerinnen in Österreich lag es nahe, sich ein wenig mit dem Wiener Kongress zu beschäftigen, der vor 200 Jahren stattfand, nach dem Sturz Napoleons und nach 20 Jahren Krieg mit Millionen von Gefallenen. Wir machten uns wieder bewusst, dass die Schweiz erst auf Druck der damaligen Grossmächte Österreich, Preussen, Russland und Grossbritannien, 1814 den Bundesvertrag geschlossen hat. Erst mit diesem Vertrag waren die 22 Kantone souverän und gleichberechtigt. Auch die Grenzen, wie wir sie heute kennen, wurden auf dem Kongress festgelegt. Da die Schweiz als Pufferstaat zwischen Frankreich und Österreich willkommen war, anerkannte man die immerwährende bewaffnete Neutralität und Unabhängigkeit von jedem fremden Einfluss durch die europäischen Grossmächte.