So was gibt’s noch? Dass sich Hersteller derselben Produkte nicht in wilder Konkurrenz bekämpfen sondern ihr Sortiment aufeinander abstimmen und ergänzen? Nur dieser Strategie ist es wohl zu verdanken, dass es immer noch Kerzen- und Seifen-manufakturen gibt. Frau Louise Geisler hat für uns eine überaus interessante Betriebsbesichtigung bei der Manufaktur WALDE in Innsbruck organisiert. Der Seniorchef  führte uns durch die Fabrikationsräume. Dabei lernten wir wieder einmal eine ganze Menge, z.B. wie viel Wissen und Gespür für das Kerzenziehen notwendig ist. Da verwundert es einen nicht, dass ein Laote diese Abteilung seit Jahren erfolgreich und mit viel Liebe lenkt.

Herr Helmut Walde führte uns nicht nur durch seinen Betrieb, sondern auch durch die Stadtgeschichte ab 1777, dem Jahr der Gründung der Manufaktur. Möglich wurde damals die Zulassung, weil sich diese zugewanderten Kerzenzieher nicht zu schade waren, zum Bestücken der Strassenleuchter auch das lästige Putzen der Gläser zu übernehmen. Heute ist Walde der älteste Seifenhersteller Österreichs und sorgt  u.a. mit der Verarbeitung von alten Ölen nach wie vor für eine regionale Kreislaufwirtschaft.

Verantwortlich ist mit Peter Walde schon die 7. Generation. Neue Ideen sind mit der Seife „Tiroler Reine“ mit Shea-Butter aus einem Frauenprojekt in Burkina Faso und Kräutern aus Innsbruck Land verwirklicht worden.

Alle, die einen guten Riecher haben, können die Produkte der Firma Walde im heimeligen Geschäft am Domplatz oder im Verkaufsladen der alten Manufaktur in der Innstrasse 23 in Innsbruck kaufen.